TOP 10 Arbeitsschutz-Ideen für 2026 – weniger Arbeitsunfälle, bessere Prozesse

TOP 10 Arbeitsschutz-Ideen für 2026

Arbeitsschützer stecken schnell im täglichen Chaos. Immer viel zu tun. Ohne eine klare Ausrichtung verliert man leicht die Orientierung. Fortschritt im Arbeitsschutz? Klappt nur mit klaren Zielen, einem gemeinsamen Commitment und regelmäßigem Nachjustieren.

Mit welchen Maßnahmen können wir den Arbeitsschutz in unserem Betrieb voranbringen? Für ein strategisches Vorgehen empfehle ich einen Blick von außen in Kombination mit Workshops der Führungskräfte. Hier gibt es mehr Infos zu meinem Angebot dazu.

Wer selbst loslegen will und nach Ideen für neue Impulse sucht, kann sich hier Inspiration holen. Hier sind meine TOP 10 Arbeitsschutz-Ideen und Empfehlungen für 2026.

1. Unfallkommunikation verbessern

Unfälle oder auch Erste Hilfe Fälle und Beinaheunfälle passieren. Es ist Standard, diese entsprechend ihrer Relevanz zu untersuchen und Maßnahmen zu entwickeln. Und dann? Meist geht das business-as-usual ungetrübt weiter. Der Unfall hat den Terminkalender sowieso schon durcheinander gebracht. Der für die Sensibilisierung und Sicherheitskultur so wichtige Schritt, den Vorfall und die Erkenntnisse daraus an alle Mitarbeitenden zu kommunizieren, fällt unter den Tisch. Eine verpasste Chance. Wer seine eigene Unfallkommunikation unter die Lupe nehmen möchte, findet hier einen Selbstcheck.

Wer merkt, dass dieser wichtige Schritt regelmäßig untergeht und sicherstellen möchte, dass Unfälle als Präventionsimpuls und Sensibilisierung genutzt werden, dem empfehle ich unser Wachsam-Angebot.

2. Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen (GBU Psyche)

Die GBU Psyche ist seit 2013 Pflicht. Viele haben sie trotzdem noch gar nicht oder nur halbherzig umgesetzt. Vielleicht aus Angst, es könnte etwas Kritisches dabei herauskommen? Nachdem ich über die letzten 3 Jahre mit viel Freude eine soziale Einrichtung dazu betreut habe, werde ich mich 2026 verstärkt diesem Thema zuwenden. Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen kann sehr wertvoll sein, wenn man es gut macht. Die Auftraggeberin schreibt dazu "Insgesamt eine wertvolle Unterstützung für das Betriebsklima, die Gesundheit der Mitarbeitenden und das Risikomanagement des Unternehmens." Also viel mehr als nur gesetzliche Pflicht.

Viele Unternehmer wünschen sich derzeit mehr Resilienz. Sowohl für sich als auch für ihre Mitarbeitenden. Wenn man weiß, wo der Schuh drückt, hilft es sehr, die passenden Maßnahmen zu finden. Wie wäre es, dieses Thema mit der Sicherheitskultur zu verbinden? (dann unbedingt weiterlesen)

3. Sicherheitskultur

Sicherheitskultur ist mein Lieblingsthema. Es ist bisweilen schwer zu vermitteln. Vor allem war es bisher nicht messbar und für Zahlenmenschen schwer zugänglich. Ab sofort gibt es eine Befragungssoftware, die hinterher vergleichs- und auswertbare Ergebnisse liefert. Mit einer Mitarbeiterumfrage erfasst man Fragen zur GBU Psyche und Sicherheitskultur in einem Aufwasch. Eigene Fragen zu ergänzen ist auch möglich. Das liefert eine solide Basis für konkrete, wirksame Schritte zur Verbesserung der Sicherheitskultur. Für diesen Service arbeite ich mit Acomera zusammen. Solange es noch keine eigene Angebotsseite dazu gibt, bitte direkt persönlich anfragen bzw. einen Termin vereinbaren.

4. Unterweisungkonzept überarbeiten

Unterweisungen in E-Learnings zu überführen liegt im Trend. Viele Anbieter, viele Unternehmen, die sich freuen, diese lästige Aufgabe rechtskonform geregelt und erledigt zu haben. In manchen Fällen kann das sinnvoll sein. Für viele andere nur bedingt. Für mich ist eine Unterweisung eine Chance für Austausch im Team über sicheres Arbeiten. Die Führungskraft vermittelt in einer Unterweisung so viel mehr als nur Fachwissen - das haben die meisten Mitarbeitenden sowieso schon. Sie vermittelt Werte, Haltung, konkrete Handgriffe, Erfahrungen. All das kann ein E-Learning von der Stange nicht leisten. Gute Unterweisungen durch Führungskräfte fallen nicht vom Himmel. Sie benötigen gute Vorbereitung und überzeugte Führungskräfte. Aber hey, genau das braucht es, um Sicherheitskultur voran zu bringen. Wenn Sie Ihre Vorgesetzten mit einem guten Unterweisungskonzept ausstatten wollen, und die Unterweisungen, die Sie sowieso machen müssen, für Sensibilisierung und als Sicherheitskulturimpuls nutzen wollen, empfehle ich unser "Wirksam" Unterweisungskonzept.

5. Mentale Ersthelfer

Gibt es bei Ihnen bereits ein gut funktionierendes Notfall-Team? Also Ersthelfer und Brandschutzhelfer? Dann wäre der nächste sinnvolle Schritt, mentale Ersthelfer auszubilden. Sie erkennen erste Warnzeichen und sind hilfreiche erste Ansprechpartner für Betroffene oder sich Sorgen machende Kollegen. Mitarbeitende mit schwerwiegenden psychischen Problemen fallen oft langfristig aus. Wie gut wäre es, frühzeitig zu handeln und damit Leid und längere Ausfallzeiten zu mindern? Für die Ausbildung von mentalen Ersthelfern verlinke ich gerne auf das Angebot der Hoisdorfer Impulse.

6. Fortbildung machen

Mal wieder das BG-Programm durchklicken?
Meine Tipps für Arbeitsschutz-Fortbildungen in 2026 sind

Neuerdings müssen Arbeitsschützer in ihrem Jahresbericht nachweisen, dass sie sich fortgebildet haben. Also am besten gleich anmelden.

7. Etwas Neues ausprobieren

Etwas Neues auszuprobieren sorgt für Aufmerksamkeit, einen Überraschungsmoment und mal wieder einen neuen Blick auf Alt-Bekanntes.

Ich probiere in 2026 aus, ein Barcamp zu veranstalten. Ich freue mich darauf, bin überzeugt, dass es viele neue Impulse, tolle Gespräche und Ideen geben wird. Es ist das erste Arbeitsschutz-Barcamp. Ein Barcamp ist ein offenes Format, bei dem die Themen besprochen werden, die den anwesenden Teilnehmenden wichtig sind. Austausch auf Augenhöhe. Mehr zum Barcamp gibt es hier. Ich lade alle ein, damit auch etwas Neues auszuprobieren.

Und sonst?
Man könnte zur nächsten ASA mal einen Kuchen mitbringen.
Oder eine 5. ASA einführen. Diese Idee wurde im Sicherheitsingenieur 11/2025 von Renate Mayer und  Doris Jelden beschrieben (Zwischen Pflicht und Potenzial - bessere ASA Sitzungen) und gefällt mir sehr gut.
Oder genau diese Frage (was könnten wir einmal Neues ausprobieren?) Kollegen stellen.

8. Eigene Bürokratie abbauen

Über weniger Bürokratie im Arbeitsschutz wird gerade viel diskutiert. Die Anzahl der Sicherheitsbeauftragten zu reduzieren ist für die meisten Betriebe nicht sinnvoll. Aber es gibt genügend Ansätze, wie besonders große Firmen selbst Bürokratie abbauen können. Meine Gedanken dazu gibt es im folgenden Blog.

Was für mich auch mit Bürokratie zu tun hat: Unterweisungen mit vielen unnützen Details vollzustopfen, nur damit sie gesagt wurden und man vermeintlich compliant ist. E-Learning Angebote von der Stange enthalten besonders viel überflüssiges Wissen. Jedenfalls die, die ich bisher absolvieren durfte. Wenn es in meinem Bereich eine Stehleiter gibt, brauche ich nicht zu wissen, wie der Übertritt bei Anlegeleitern geregelt ist. Leider deckt das Modul alle Leiternthemen ab und ich bin genervt.

9. Defibrillator anschaffen

Haben Sie schon einen Defibrillator im Unternehmen? Er hilft Leben retten und sollte nirgendwo fehlen.
Was aber ärgerlich ist: wenn man sich für recht viel Geld vielleicht sogar mehrere Defis gekauft hat, nach ein paar Jahren neue Batterien oder Pads benötigt und der Hersteller genau dieses Modell nicht weiter unterstützt. Mist. Passiert offensichtlich öfters. Da hilft nur, einen neuen zu kaufen oder doch lieber zu leasen. Außerdem würde ich darauf achten, wie man die Zeit abdeckt, in der ein Defi in der Wartung ist. Gute Anbieter stellen ein Ersatzgerät.

10. Alle Ideen von 2025

Auch 2025 habe ich 10 Arbeitsschutz-Ideen zusammengestellt. Sie sind alle weiterhin wertvoll und relevant. Sie finden Sie hier:

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein erfolgreiches 2026.