Mein Jahresrückblick 2023

Mein letzter Jahresrückblick hat viele Rückmeldungen erhalten und zu schönen Gesprächen geführt. Deshalb wiederhole ich das gerne für 2023, auch wenn es diesmal etwas länger gedauert hat.

Turbulentes Ende

  • Zum Jahresende hatte ich ein großes Projekt, was mich zu vielen Dienstreisen in Richtung Österreich führte. Weihnachtsvorbereitungen mal ganz anders. Hotel statt Plätzchen backen. Besonders die offenen Diskussionen, viel Anerkennung und positive Rückmeldungen bei den Sicherheitskultur-Workshops haben mir Spaß gemacht. Es war inspirierend und anstrengend.
  • Seit diesem Jahr arbeite ich zusätzlich als Freelancer für dss+. Dss+ ist eine weltweit tätige Beratungsfirma im Bereich Sicherheitskultur, ausgegliedert von DuPont, für die Branchenkenner. Das bringt mir spannende Projekte, Projekte, die für Einzelunternehmer wie mich viel zu groß wären, und wertvollen Austausch mit Teamkollegen. Win-win-win.
  • Für die Onboarding-Woche bei dss+ war ich im Frühjahr eine Woche in Paris. Endlich. Seit vielen Jahren hatte mein Vater mir versprochen, dass wir einmal zusammen nach Paris fahren. Nun hat es zumindest alleine schon mal geklappt.
Blick über Paris
  • Mein Opa ist 100 geworden. Beim letzten Treffen hat er mir die Geschichte erzählt, wie er vor vielen Jahren von der Berufsgenossenschaft (BG) einen Preis für eine tolle Arbeitsschutz-Lösung gewonnen hat. Er ist ein sehr geschickter, cleverer Mechaniker und hat, nachdem es in seiner Firma wiederholt zu Pressenunfällen kam und die BG mit Beitragserhöhungen drohte, eine technische Lösung entwickelt, auf die er heute noch stolz ist. Es geht vieles, wenn man sich die Zeit dafür nimmt/nehmen kann. Ich höre ihm gerne zu.
  • Wir haben eines unserer Storytelling-Projekte nun auch bei der BG für einen Preis eingereicht. Wir sind gespannt, ob wir – zusammen mit unserem Kunden - die Jury überzeugen konnten.
Anzeigetafel im Münchner Hauptbahnhof
  • Als überzeugte Bahn-Fahrerin hat mich bisher wenig aus der Bahn geworfen, was Verspätungen oder Zugausfälle angeht. Irgendwie ging’s immer gut aus. Dieses Jahr wurde es allerdings auch mir zu viel. Ich bin in ein Bahnchaos geraten, in dem selbst Anzeigetafeln und App-Informationen wenig hilfreich waren. Am Ende habe ich für die Langstrecke das Auto genommen und zwei weitere gestrandete Bahn-Fahrer gleich mit. Wir haben die Fahrt mit interessanten Gesprächen kurzweilig gehalten.

Beruflich in die richtige Richtung

  • Mein Unternehmen entwickelt sich weiter. Ich habe neue Ideen und Kunden aufgenommen und andere auch wieder verabschiedet. Meine Positionierung wird klarer und ich mache mehr von den Dingen, die mir wirklich Spaß machen. Ein schöner Weg.
  • Ich bin weiterhin branchenübergreifend unterwegs. Das Thema Sicherheitskultur ist für alle relevant. Für mich ist diese Vielfalt besonders interessant. Dieses Jahr kamen intensivere Erfahrungen in der chemischen Industrie, Lebensmittelproduktion, sowie einer sozialen Einrichtung dazu.
  • Immer wieder komme ich in Versuchung, tolle neue Ideen zu verfolgen. Gamification ist ein solches Thema. Es fasziniert mich, es hat sicher viel Potential, aber alleine kann man nicht auf jeder Hochzeit tanzen. Mein Fokus bleibt auf Storytelling und Sicherheitskultur.
  • Storytelling im Arbeitsschutz kommt zunehmend besser an. Für einen Vortrag beim VDSI hatten wir 60 Anmeldungen und interessante Gespräche.
  • Die Anfrage von Gutwinski für eine Fortbildung „Storytelling im Arbeitsschutz“ im nächsten Jahr, hat mich besonders gefreut. 2 Tage Arbeitsschutz-Geschichten finden, formulieren, erzählen liegen vor uns. Anmelden kann man sich hier.
  • Wir haben ein Geschichten-Spiel in der Entwicklung, die Tests laufen super, in 2024 hört ihr mehr davon.

Artikelserie im Sicherheitsingenieur

  • In diesem Jahr habe ich eine Artikelserie „Präventionskultur und Führung“ in der Fachzeitschrift „Sicherheitsingenieur“ geschrieben. Sie richtet sich an Geschäftsführer, Führungskräfte und Fachkräfte im Arbeitsschutz, die Argumente, Ideen und Erfahrungen suchen, um die Sicherheitskultur in ihrem Betrieb zu verbessern. Das regelmäßige Schreiben mit Deadline war herausfordernd und wertvoll. Viele Dinge werden klarer, wenn man sie strukturiert aufschreibt.
Sicherheitsingenieur
  • Mit jeder Ausgabe des Sicherheitsingenieur ist mir das Schreiben leichter gefallen. Das Schreiben ist eine Kunst und auch Übungssache, mit der ich mich angefreundet habe. Der nächste Auftrag, als Autorin zu einer Arbeitsschutz-Publikation beizutragen, liegt vor mir.
  • Trotzdem habe ich meine Ziele, was das Schreiben von Newslettern oder Blogartikeln angeht, weit verfehlt. Ich hoffe, meine Newsletter-Leser sehen es mir nach. Im neuen Jahr werde ich den Fokus wieder anders legen.
LinkedIn Post PSA
  • LinkedIn kam ebenfalls etwas zu kurz, besonders am Jahresende. Der Algorithmus bestraft das sofort mit weniger Reichweite. In aktiven Phasen klappte es allerdings sehr gut. Mein reichweitenstärkster Post ging um persönliche Schutzausrüstung und was man tun kann, wenn Mitarbeiter sie nicht tragen.
  • Sichtbar in neuem Terrain war ich mit einem Interview auf impulse.de und im WORKERSCAST-Podcast von Jörg Mosler. Beides neue, unbekannte Medienformate für mich. Es freut mich, auf diesem Weg mehr Menschen für guten Arbeitsschutz zu inspirieren. Es lohnt sich!

GFK und weitere Entdeckungen

  • Jeden Monat war ein Wochenende komplett belegt mit der Jahresausbildung in gewaltfreier Kommunikation (GFK). Es fehlte damit Zeit z.B. für den Wocheneinkauf, Pause und draußen-sein. Gleichzeitig gab es so viel Verbindung, Gemeinschaft und Weiterentwicklung, dass ich nach so einem Wochenende meistens eher gestärkt als ausgelaugt war.
  • Beschäftigt haben wir uns mit Themen wie: wertschätzend unterbrechen, wie wichtig Bitten sind, dem Unterschied zwischen Feedback und Aufrichtigkeit, Umgang mit Vorwürfen, wie Selbstempathie klappen kann, oder wie wichtig es ist, dass Bedürfnisse gesehen werden. All das hilft auch im beruflichen Umfeld.
  • Meine wertvollste Entdeckung als Lesestoff in diesem Jahr war die Zeitschrift „Neue Narrative“. Sie ist inspirierend und praktisch gestaltet und macht einfach Freude zu lesen.
  • „Systemisch konsensieren“ ist eine weitere Entdeckung, die ich im nächsten Jahr auf jeden Fall weiter verfolgen und bei Bedarf in meine Workshops integrieren werde. Es hilft bei Abstimmungsprozessen, damit die Entscheidung von allen Beteiligten besser mitgetragen werden kann.

Ehrenamt und Familie

  • Gewaltfreie Kommunikation lernt man am besten durch Erleben. Für mich war das in den letzten Jahren eine Familienfreizeit im Allgäu. Eine Woche voller Weiterentwicklung, schöner Momente mit der Familie und Energie tanken. Letztes Jahr war die letzte Freizeit dieser Art. Weil aber unsere Gesellschaft, unsere Familie und jeder Einzelne so sehr von dieser Art des Zusammenseins, der Gemeinschaft und den Erfahrungen, wie man gut miteinander umgehen kann, profitiert, packen wir das jetzt selbst an. Wir haben ein tolles Organisations- und Trainerteam beisammen und freuen uns, auf die erste „FamilieTanken“-Freizeit.
  • Als Familie hatten wir ein Jahr ohne größere Turbulenzen. In den Schulen der ganz normale Wahnsinn. Keine großen Veränderungen. Die kommen dafür in 2024 mit 3x Abitur und Auslandsjahr. Die Vorbereitungen laufen.
  • Die Schule hat im Sommer zum ersten Mal ein großes Musical aufgeführt. Unsere Kinder waren im Orchester, Chor und beim Schneidern der Kostüme beteiligt. Ein sehr schönes Event.
  • Ein Schüleraustausch der Schule mit Israel hat uns im Sommer Besuch einer israelische Gastschülerin beschert. Es ist jedes Mal bereichernd, Gäste aus anderen Kulturen mit am Tisch zu haben.
  • Die Kinder werden groß und flügge. Silvester haben wir als Kleinfamilie mit nur 2 Kindern verbracht und diese andere Perspektive auch genossen.
  • Im Sommer waren wir dagegen zu acht in Schweden. Besonders anspruchsvoll war unsere Logistik (mit 8 Personen und 7 Sitzen im Auto) und das Puzzle alles Gepäck im Auto zu verstauen.
  • Mein Highlight im Frühjahr war eine Fahrradtour mit meinem großen Sohn nach Salzburg und zurück in 4 Tagen. Er ist längst fitter als ich, aber wir hatten beide eine tolle Zeit.
  • Kinder mit LRS vermeiden das Lesen, wo es nur geht. Und plötzlich gab es doch ein tolles Buch. Sogar eine ganze Buchreihe. Mein Herz geht auf.
  • Mein Cello ist leider etwas eingestaubt über die letzten Monate. Schade.
Jahresrückblick-7
  • Egal wieviel los ist, Gassigehen ist immer dran. Besonders die Ausflüge raus aus der Stadt, mit weitem Blick und ohne Leine, tun mir gut. Und sonst freut sich immer jemand, wenn man nach Hause kommt. Herrlich.
Clara mit Hund

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