Welcher Führungsstil unterstützt eine gute Präventionskultur?

Gespräch

In der heutigen Geschäftswelt spielt die Art und Weise, wie Führungskräfte agieren, eine entscheidende Rolle für das Arbeitsumfeld, den Erfolg eines Unternehmens, die Mitarbeitermotivation und die Attraktivität als Arbeitgeber. Unterschiedliche Führungsstile wurden intensiv erforscht und diskutiert, und in diesem Beitrag werfen wir einen Blick darauf, welchen Einfluss verschiedene Führungsstile auf die Präventionskultur und die Arbeitsschutz-Leistung in einem Betrieb haben.

Der Autoritäre Führungsstil: Verantwortung vs. Motivation

Ein autoritärer Führungsstil zeichnet sich durch eine klare Hierarchie aus, bei der die Führungskraft alleinige Entscheidungen trifft und Anweisungen ohne Diskussionen durchsetzt. Schnelle Entscheidungsfindung und Handlung sind seine Stärken, doch es besteht das Risiko, dass die Abhängigkeit von der Führungskraft zu Problemen führt, wenn sie ausfällt oder unter Druck gerät. Mitarbeiter sind bei diesem Ansatz weniger beteiligt, was zu geringerer Kreativität, Eigeninitiative und Motivation führen kann. Eine solche Führungskultur kann zu einem Gefühl der Unsichtbarkeit bei den Mitarbeitern führen und wirkt sich oft negativ auf die Mitarbeiterbindung aus.

Der Kooperative Führungsstil: Zusammenarbeit und Motivation

Der kooperative Führungsstil hingegen setzt auf Beteiligung und Delegation. Führungskräfte arbeiten als Teil eines Teams mit ihren Mitarbeitern zusammen und verteilen Verantwortung breiter. Offene Kommunikation, Transparenz und konstruktive Kritik sind hierbei essentiell. Obwohl Entscheidungen möglicherweise länger dauern, sind sie besser fundiert und repräsentieren verschiedene Perspektiven. Dieser Ansatz fördert die Kreativität der Mitarbeiter, stärkt das Gemeinschaftsgefühl und steigert die Motivation. Ein kooperativer Führungsstil schafft ein Umfeld, in dem Erfolge gemeinsam erzielt werden.

Die Bedeutung situativer Führung und Prävention

Es ist wichtig zu betonen, dass reine autoritäre oder kooperative Führungsstile selten vorkommen. Führungskräfte wählen oft je nach Situation den besten Ansatz. In Notfallsituationen oder akuten Problemlagen kann ein autoritärer Ansatz notwendig sein. Dennoch ist ein kooperativer Führungsstil im Hinblick auf Prävention effektiver. Notfallsituationen können oft durch frühzeitiges Erkennen von Vorboten und Gefahren vermieden werden. Ein kooperativer Ansatz ermöglicht es den Mitarbeitern, aktiv zur Prävention beizutragen und frühzeitig auf potenzielle Risiken hinzuweisen.

Wertschätzung und Vertrauen als Schlüssel zur Beteiligung

Die Beteiligung der Mitarbeiter erfordert Wertschätzung und Vertrauen seitens der Führungskräfte. Mitarbeiter möchten gehört werden, ihre Ideen geschätzt wissen und sich sicher fühlen, wenn sie Fehler oder Risiken ansprechen. Psychologische Sicherheit ist hierbei von zentraler Bedeutung. Ein respektvolles und wertschätzendes Führungshandeln schafft ein Umfeld, in dem sich Mitarbeiter trauen, aktiv mitzuarbeiten und zur Prävention beizutragen.

Fazit: Kooperative Führung für eine starke Präventionskultur

Ein Führungsstil, der eine effektive Präventionskultur unterstützt, basiert vor allem auf Vertrauen. Die aktive Beteiligung der Mitarbeiter ist der Schlüssel zur frühzeitigen Erkennung von Gefahren und zur Vermeidung von Unfällen. Ein kooperativer Führungsstil fördert diese Beteiligung, während ein rein autoritärer Ansatz sie eher vernachlässigt. In der Praxis zeigt sich, dass die Haltung der Führungskräfte gegenüber ihren Mitarbeitern entscheidender ist als der spezifische Führungsstil. Respekt, Wertschätzung und Vertrauen bilden das Fundament einer erfolgreichen Präventionskultur.

 

Über dieses Thema gibt es auch einen ausführlicheren Beitrag im Fachmagazin "Sicherheitsingenieur" - Folge 4 der Serie Führung und Präventionskultur